Schulfüller kaufen: Feder, Griff, Tinte – so findest du das passende Modell (auch für Linkshänder)
Der erste Schulfüller ist für viele Kinder ein echter Meilenstein. Gleichzeitig ist er aber auch einer der häufigsten Gründe für Frust: Der Füller kratzt, die Schrift wird blass, die Hand verkrampft – oder bei Linkshändern verschmiert die Tinte ständig.
Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen liegen die Schwierigkeiten mit dem Füller nicht am Kind, sondern am Zusammenspiel aus Feder, Griffstück, Tinte, Blattlage – und manchmal schlicht an einer falschen Erwartung („Der Füller muss sofort perfekt laufen“). Wenn du die wichtigsten Kriterien kennst, findest du einen Schulfüller, der leicht schreibt, gut in der Hand liegt und zum Schreibstil deines Kindes passt.
In diesem Ratgeber erfährst du:
- welche Feder (A/M/F/EF/LH) in der Schule sinnvoll ist,
- wie du Griffstück und Ergonomie passend zu Handgröße & Schreibdruck auswählst,
- was Linkshänder beim Füller wirklich brauchen (und was ein Mythos ist),
- welche Tinte alltagstauglich ist und wie du Verschmieren reduzierst,
- wie du typische Probleme wie Kratzen, Klecksen oder Aussetzer schnell löst,
- und wann ein Tintenroller oder Bleistift (noch) die bessere Wahl ist.
1. Schulfüller oder doch lieber Tintenroller?
Bevor du dich bei dieser Frage festlegst, lohnt ein kurzer Realitätscheck.
Ein Schulfüller passt besonders gut, wenn dein Kind:
- gerne „flüssig“ schreibt und nicht extrem fest aufdrückt,
- eine stabile Stifthaltung entwickelt hat (oder dabei ist),
- in der Schule explizit mit Füller schreiben soll oder darf.
Ein Tintenroller kann die bessere Wahl sein, wenn dein Kind:
- sehr stark aufdrückt (Füllerfedern reagieren darauf oft empfindlicher),
- sich schnell frustriert fühlt, wenn ein Stift „zickt“,
- motorisch (noch) nicht so fein dosieren kann, dass der Füller gleichmäßig gleitet.
Wenn du unsicher bist, lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber: Schreiblernfüller & Tintenroller: Welcher Stift für welche Klassenstufe?
In unserem Onlineshop findest du unter der Kategorie Schreibgeräte Schreiblernfüller, Tintenroller und klassische Schulfüller.
2. Das Herzstück: Die Feder (A, M, F, EF, LH) einfach erklärt
Die Feder entscheidet, wie leicht der Füller schreibt, wie dick die geschriebene Linie wird und wie gut dein Kind Kontrolle bekommt. Beim Füllerkauf und in der Schule begegnen dir häufig die nachfolgenden Kürzel für die Federn.
2.1 A-Feder (Anfänger / Schreiblern-Feder)
- Schreibt meist etwas härter und sehr leichtgängig.
- Gut für den Start, weil die Schrift schnell sichtbar ist und weniger Druck nötig ist.
2.2 M-Feder (mittel)
- Allrounder: gut sichtbar, angenehm zu führen.
- Passt oft, wenn dein Kind schon etwas sicherer schreibt.
2.3 F- und EF-Feder (fein / extra fein)
- Schreibt dünner und kann präziser wirken.
- Für Kinder mit sehr kleinem Schriftbild oder wenn die Schule sehr „saubere Linien“ erwartet.
- Kann bei starkem Druck eher kratzig wirken, wenn Haltung/Technik noch unsicher ist.
2.4 LH-Feder (Linkshänder-Feder)
„LH“ ist bei manchen Herstellern eine Feder-Variante, die für Linkshänder beworben wird. Wichtig zu wissen:
- Linkshänder brauchen nicht automatisch eine spezielle Feder – viele schreiben mit A/M/F ganz normal gut.
- Ob eine Linkshänder-Feder benötigt wird, ist abhängig von deinem Kind und dem ausgewählten Füller.
- Entscheidender als „LH“ sind Blattlage, Hand unter der Zeile und trocknende Tinte.
Praxis-Tipp: Für viele Schulstarter ist A oder M der entspannte Einstieg. Wenn die Schrift extrem breit oder schmierig wirkt, kann später F sinnvoll sein.
3. Griffstück & Ergonomie: Der Füller muss zur Hand passen
Ein Füller kann die beste Feder der Welt haben – wenn er schlecht in der Hand liegt, wird Schreiben anstrengend. Achte deshalb auf die nachfolgenden Eigenschaften.
3.1 Griffzone: dreikantig, mit Mulden oder rund?
- Griffmulden geben Orientierung und helfen vielen Kindern beim Dreipunktgriff.
- Dreikant-Griff kann stabilisieren, ohne zu „zwingen“.
- Rundes Griffstück passt, wenn dein Kind Stifte bereits sehr sicher hält und sich nicht gern „führen“ lässt.
Wenn dein Kind häufig verkrampft, sind Mulden/Griffzonen oft ein echter Vorteil – besonders bei den ersten Schreibübungen mit dem Füller.
3.2 Größe & Gewicht
- Zu schwer = schneller müde.
- Zu dünn = Kind klammert eher.
- Zu dick = wirkt „klobig“ und kann Kontrolle kosten.
Für Grundschulkinder ist ein leichtes, gut ausbalanciertes Modell meist ideal.
3.3 Kappe: aufstecken oder nicht?
Manche Kinder schreiben besser, wenn die Kappe hinten aufgesteckt ist (mehr Gewicht, bessere Balance). Andere stört das Gewicht. Beides ist okay – wichtig ist, was sich ruhig anfühlt.
4. Linkshänder: So klappt Füller-Schreiben sauber (ohne Schmierfinger)
Linkshänder „schieben“ die Hand häufiger über das Geschriebene – deshalb kommt es eher zu Verschmieren. Mit bestimmten Hebeln lässt sich das Verschmieren vermeiden.
4.1 Blattlage: der wichtigste Hebel
- Heft liegt leicht nach rechts oben geneigt.
- Heft liegt etwas links vor dem Körper, nicht mitten davor.
- Ziel: Hand bleibt unter der Zeile (keine starke Hakenhand).
Eine Schreibunterlage mit markierter Blattlage kann helfen, diese Position zu verinnerlichen.
4.2 Tinte & Papier: schnell trocknend schlägt „irgendwie geht’s“
Wenn es ständig schmiert, ist oft nicht „der Linkshänder“ das Problem, sondern die Kombination aus Tinte und Papier:
- Glattes Papier + sehr nasse Tinte = mehr Schmieren.
- Etwas saugfähigeres Papier + „trockenere“ Tinte = sauberer.
4.3 Griff & Sicht: nicht zu nah an der Spitze greifen
Viele Kinder greifen sehr nah an die Feder – dann verdecken sie die Schrift und rutschen eher in ungesunde Haltungen. Besser:
- Griffpunkt leicht nach hinten,
- Hand unterhalb der Zeile,
- Heftdrehung nutzen, statt Handgelenk zu verdrehen.
Mehr Informationen zu diesem Thema findest du ich unserem Ratgeber Linkshänder in der Schule: Was dein Kind wirklich braucht
5. Patronen oder Konverter? Was ist in der Schule sinnvoll?
Im Schulalltag zählt vor allem: einfach, sauber, zuverlässig.
5.1 Patronen (für die meisten Kinder die beste Wahl)
- einfach zu wechseln,
- sauber im Etui transportierbar,
- ideal für unterwegs.
5.2 Konverter (meist eher später interessant)
- für Kinder oft unnötig aufwendig,
- mehr „Kleckerrisiko“ beim Nachfüllen,
- eher sinnvoll, wenn ein Kind schon routiniert ist und gern mit Tinte arbeitet.
Praxis-Tipp: Eine Ersatzpatrone im Mäppchen spart viele Tränen.
Patronen und Minen findest du in unserem Onlineshop unter der Kategorie Schreibgeräte.
6. Typische Füller-Probleme – und wie du sie schnell löst
6.1 „Der Füller kratzt“
- Feder passt nicht zum Schreibdruck (zu fein bei starkem Druck).
- Feder wird im falschen Winkel geführt (häufig bei sehr steiler Stifthaltung).
- Feder ist trocken/verschmutzt.
Die Lösung hierfür: Winkel korrigieren (lockerer, flacher), ggf. auf A/M wechseln, Feder kurz reinigen (lauwarm), Druck rausnehmen.
6.2 „Der Füller schreibt nicht / setzt aus“
- Patrone nicht richtig eingestochen.
- Luft im System (nach Patronenwechsel normal).
- Feder ist verstopft durch getrocknete Tinte.
Die Lösung hierfür: Patrone fest einsetzen, kurz warten, ein paar Striche machen, notfalls Federteil mit lauwarmem Wasser spülen und gut trocknen lassen.
6.3 „Der Füller kleckst / macht dicke Tintenflecken“
- Zu viel Druck oder „Aufsetzen“ mit Schwung.
- Feder sehr „nass“ + glattes Papier.
- Füller wurde stark geschüttelt oder falsch gelagert.
Die Lösung hierfür: Druck reduzieren, Papier prüfen, Füller im Mäppchen möglichst stabil lagern, beim Schreiben gleichmäßig führen.
6.4 „Alles verschmiert“ (häufig bei Linkshändern)
- Blattlage nicht passend.
- Hand über der Zeile.
- Tinte trocknet langsam auf dem Papier.
Die Lösung hierfür: Heft drehen (rechts oben), Hand unter die Zeile führen, ggf. „trockener“ schreibende Kombi aus Feder/Tinte testen.
7. Kauf-Checkliste: So triffst du schnell die richtige Entscheidung
- Feder: A oder M für den Start (häufig), F/EF später bei Bedarf, ggf. LH
- Griff: mit Mulden/Dreikant, wenn Haltung noch unsicher ist.
- Hand: Linkshänder? Dann Blattlage + Tinte/Papier besonders beachten.
- Schreibdruck: stark? Dann lieber sehr leichtgängiges Modell (A/M) wählen.
- Alltag: Patronensystem + Ersatzpatrone im Mäppchen.
- Testen: Wenn möglich kurz schreiben lassen: fühlt es sich für das Kind „leicht“ an?
8. FAQ: Häufige Fragen zum Schulfüller
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1. Welche Feder ist für Schulanfänger am besten?
Viele Kinder starten entspannt mit einer A- (Anfänger) oder M-Feder, weil sie leicht schreibt und eine gut sichtbare Linie macht. Wenn dein Kind sehr fein schreibt oder die Linie zu breit wird, kann später eine F-Feder sinnvoll sein.
2. Brauchen Linkshänder einen speziellen Linkshänder-Füller?
Nicht zwingend. Entscheidend sind Blattlage, Handführung und eine passende Kombination aus Feder/Tinte/Papier. Ein Linkshänder-Modell kann helfen, wenn die Griffzonen oder die Federführung besser passen – aber es ist kein Muss.
3. Mein Kind drückt sehr fest, ist ein Füller dann überhaupt das geeignete Schreibgerät?
Manchmal ja – aber du solltest ein leichtgängiges Modell wählen (A oder M) und parallel an Stifthaltung/Entspannung arbeiten. Wenn es dauerhaft schmerzhaft ist, kann ein Tintenroller (vorübergehend) die bessere Alternative sein.
4. Was ist besser: Patronen oder Konverter?
Für die Schule sind Patronen meist praktischer: schnell, sauber und unkompliziert. Ein Konverter lohnt sich eher später, wenn ein Kind sicherer ist und gern mit Tinte arbeitet.
5. Warum kratzt der Füller auf dem Papier?
Häufig stimmt der Schreibwinkel nicht (zu steil), die Feder ist zu fein für den Druck, oder die Feder ist verschmutzt. Hier hilft oft: Stifthaltung minimal flacher, Druck reduzieren, Feder reinigen – oder auf A/M wechseln.
6. Welche Tinte ist am besten für Linkshänder?
Wichtig ist eine Kombination, die auf eurem Papier nicht ewig nass bleibt. Wenn dein Kind viel verschmiert, lohnt es sich, Tinte und Papier zu prüfen und die Blattlage zu optimieren.
7. Wann sollte man den Füller wechseln oder ersetzen?
Wenn trotz Reinigung und richtiger Patrone ständig Aussetzer, Klecksen oder starkes Kratzen bleibt, kann die Feder beschädigt sein oder das Modell passt einfach nicht. Dann ist ein Wechsel oft die schnellste Lösung – bevor bei deinem Kind Frust entsteht.
Fazit: Der richtige Schulfüller fühlt sich für dein Kind „leicht“ an – nicht wie Arbeit!
Ein guter Schulfüller unterstützt dein Kind, statt es zu bremsen. Wenn Feder, Griffstück, Tinte und Blattlage zusammenpassen, wird Schreiben spürbar entspannter – für Rechts- und Linkshänder.
Und genau darum geht’s: nicht um die „perfekte“ Fingerposition, sondern um eine schmerzfreie, flüssige Schreibbewegung, die im Schulalltag funktioniert.
Das passt dazu:
- Stifthaltung bei Kindern: So lernt dein Kind entspannt schreiben
- Schreiblernfüller & Tintenroller: Welcher Stift für welche Klassenstufe?
- Linkshänder in der Schule: Was dein Kind wirklich braucht
- Hausaufgaben ohne Drama: Ergonomischer Lernplatz & clevere Routinen




