Linkshänder-Tag am 13. August: Wie du dein linkshändiges Kind feiern & stärken kannst
Jedes Jahr am 13. August ist der Internationale Linkshänder-Tag. An vielen Menschen geht dieser Tag still vorbei – dabei ist er eine wunderbare Gelegenheit, linkshändige Kinder (und Erwachsene) sichtbar zu machen, Vorurteile abzubauen und den Alltag ein kleines Stück fairer zu gestalten.
Vielleicht ist dein Kind linkshändig, vielleicht auch du selbst – oder du hast einfach gemerkt, dass vieles im Alltag auf Rechtshänder ausgelegt ist. Der Linkshänder-Tag lädt alle dazu ein, einmal bewusst hinzuschauen:
Wo brauchen Linkshänder in einer auf Rechtshänder ausgelegten Welt Unterstützung? Wie können wir etwas verändern?
In diesem Ratgeber erfährst du:
- was es mit dem Linkshänder-Tag am 13. August auf sich hat,
- warum Linkshändigkeit nichts ist, das „korrigiert“ werden muss,
- wie du dein linkshändiges Kind an diesem Tag stärken kannst,
- welche Linkshänder-Produkte wirklich helfen – von Schere bis Füller,
- und welche Ideen sich für Schule, Kita oder Familie am Linkshänder-Tag eignen.
1. Was ist der Linkshänder-Tag am 13. August?
Der Internationale Linkshändertag findet jedes Jahr am 13. August statt. Er wurde ins Leben gerufen, um:
- auf die Bedürfnisse von Linkshänder:innen aufmerksam zu machen,
- Vorurteile und alte Mythen rund um die „falsche Hand“ abzubauen,
- und darauf hinzuweisen, dass unsere Welt in vielen Bereichen rechtshändig gedacht ist.
Für Familien mit linkshändigen Kindern ist der 13. August eine gute Gelegenheit, den Blick darauf zu richten, wo diese vielleicht ein bisschen Unterstützung durch passende Produkte, klare Regeln und Verständnis brauchen.
2. Linkshändigkeit verstehen
Rund 10–15 % aller Menschen sind linkshändig. Linkshändigkeit ist keine Angewohnheit, sondern eine angeborene Eigenschaft. Das Gehirn arbeitet einfach etwas anders – die dominante Hand ist die linke.
Wichtige Punkte für dich und deine Familie:
- Niemals umgewöhnen. Sätze wie „Nimm doch die rechte Hand“ richten mehr Schaden an, als sie nutzen. Sie können bei linkshändigen Kindern zu Verunsicherung, Schreibproblemen und innerem Stress führen.
- Händigkeit reifen lassen. In den ersten Lebensjahren probieren Kinder viel aus. Mit der Zeit zeigt sich, welche Hand sich für sie natürlicher anfühlt. Diese Seite darfst du dann konsequent unterstützen.
- Linkshändigkeit benennen – aber nicht problematisieren. „Du bist Linkshänder, das ist ganz normal. Wir schauen, wie es für dich am besten passt.“
Mehr Hintergründe findest du auch in unserem Ratgeber „Linkshänder in der Schule: So unterstützt du dein linkshändiges Kind“.
3. Typische Stolpersteine im Alltag – und was der Linkshänder-Tag damit zu tun hat
Viele linkshändige Kinder wissen gar nicht, warum manche Dinge so anstrengend sind – ihnen fällt nur auf, dass sie sich schwerer tun als andere.
Typische Bereiche:
- Schreiben: Der Füller kratzt, die Tinte verschmiert, die Hand liegt über der Zeile, die Stifthaltung ist verkrampft.
- Schneiden & Basteln: Die Schere „zerkaut“ das Papier, die Schnittkante ist unsauber.
- Schule & Arbeitsplatz: Der rechtshändige Sitznachbar stößt ständig an, die Lineal-Skala ist verdeckt, der Anspitzer dreht „falsch herum“.
- Küche & Haushalt: Sowohl Schäler, als auch Messer und Dosenöffner sind auf die rechte Hand ausgelegt.
Der Linkshänder-Tag ist ein idealer Anlass, gemeinsam mit deinem Kind zu schauen:
- „Was nervt dich in deinem Alltag?“
- „In welchen Situationen hast du das Gefühl, du musst dich besonders anstrengen?“
- „Durch welche Hilfestellungen oder Linkshänder-Produkte könnten wir diese Situationen für dich vereinfachen?“
Schon ein ehrliches Gespräch kann viel verändern – weil dein Kind merkt: „Ich bin nicht das Problem. Vielleicht geht es mit anders oder mit Unterstützung einfacher.“
4. Ideen für den Linkshänder-Tag mit deinem Kind
Du musst am 13. August kein großes Event feiern. Kleine, bewusste Gesten haben oft die größte Wirkung.
4.1 „Du bist wichtig, so wie du bist“ – Anerkennung & Gespräch
Erzähl deinem Kind, dass heute der Linkshänder-Tag ist – und dass dieser Tag Menschen wie ihm gewidmet ist. Schaut vielleicht gemeinsam Fotos an oder sprecht über Situationen in denen es seine linke Hand selbstverständlich nutzt – beim Malen, Werken, Sport. Betone, dass Linkshändigkeit keine Schwäche ist, sondern ein Teil seiner Persönlichkeit.
Schon ein Satz wie „Ich finde es schön, dass du linkshändig bist – und ich möchte, dass du es damit leicht hast“ kann motivierend für dein Kind sein.
4.2 Alltags-Check: Was ließe sich leichter machen?
Der Tag ist auch eine Chance für einen kleinen Alltagscheck zu Hause:
- Wie sitzt dein Kind beim Schreiben? (Blattlage, Schreibhand, Lichteinfall)
- Welche Schere benutzt es? (Rechts- oder Linkshänder-Schere?)
- Wie spitzt es seine Stifte an? (Anspitzer-Richtung)
- Mit welchen Stiften schreibt es? (Linkshänder-Füller, Tintenroller, trockene Tinte?)
- Welche Werkzeuge in Küche & Alltag sind besonders mühsam?
Vielleicht entscheidet ihr euch gemeinsam für 1–2 sinnvolle Veränderungen – statt alles auf einmal umzustellen.
4.3 Kleine Aktionen in Schule & Kita
Du kannst die Lehrkräfte oder die Erzieher:innen auf den Linkshänder-Tag hinweisen – viele nehmen das gerne auf, zum Beispiel mit:
- einem Info-Aushang für Eltern („Heute ist Linkshänder-Tag – wussten Sie, dass …?“),
- einer kleinen Stationsarbeit in der Klasse (Schreiben mit links/rechts, Umgang mit Schere, Anspitzer),
- einem kurzen Gespräch über Respekt für Unterschiede („Manche schreiben mit der linken, andere mit der rechten Hand – beides ist richtig“).
Wichtig ist, dass sich linkshändige Kinder dabei nicht bloßgestellt fühlen – sondern erleben: „Ich werde gesehen – und werde ernst genommen wie ich bin.“
5. Welche Linkshänder-Produkte den Alltag wirklich erleichtern
Du musst nicht jedes Spezialprodukt kaufen, das es gibt. Aber ein paar entscheidende Werkzeuge machen für linkshändige Kinder einen großen Unterschied:
5.1 Schreiben & Schule
- Linkshänder-Füller oder Tintenroller mit angepasster Feder und Griffzone.
- Linkshänder-Schreibunterlage, die Blattlage und Handposition zeigt.
- Linkshänder-Anspitzer, der in die natürliche Drehrichtung arbeitet.
- Stifte mit schnelltrocknender Tinte, damit nichts verschmiert.
Mehr dazu findest du in unseren Ratgebern „Stifthaltung bei Kindern“ und „Schreiblernfüller & Tintenroller“.
5.2 Schneiden & Basteln
- echte Linkshänder-Scheren (nicht nur „für beide Hände“),
- ggf. zusätzlich eine Linkshänder-Schulschere für den Ranzen,
- bastelfreundliche Materialien, bei denen dein Kind Erfolgserlebnisse hat.
Ein sauberer Schnitt mit der passenden Schere stärkt das Gefühl: „Ich kann das!“
5.3 Küche & Alltag
- Linkshänder-Sparschäler mit richtigem Klingenverlauf,
- Linkshänder-Brotmesser oder Messer mit neutralem Schliff,
- ggf. Linkshänder-Dosenöffner oder Alltagshelfer, wenn dein Kind gerne mithilft.
Gerade ältere Kinder und Teens freuen sich, wenn sie auch in der Küche nicht ständig „gegen das Werkzeug“ arbeiten müssen.
6. Vorurteile & Sprüche – und wie du dein Kind schützen kannst
Auch heute hören linkshändige Kinder noch Sätze wie:
- „Mit rechts geht das doch besser.“
- „Mach es mal richtig.“
- „Linkshänder sind immer so tollpatschig.“
Am Linkshänder-Tag kannst du solche Sprüche zum Anlass nehmen, mit deinem Kind zu besprechen:
- Welche Kommentare verletzen oder verunsichern es?
- Was könnte es antworten – oder wann darf es einfach weggehen?
- Wie kann es dir Bescheid sagen, wenn etwas in Schule/Kita belastend ist?
Du kannst deinem Kind Sätze mitgeben wie:
- „Ich bin Linkshänder, das ist meine starke Hand.“
- „Es ist okay, wenn ich die Dinge anders halte – Hauptsache, es funktioniert.“
Und du darfst in deinem Umfeld freundlich, aber klar Grenzen setzen, wenn jemand versucht, dein Kind „umzuerziehen“.
7. FAQ: Häufige Fragen rund um den Linkshänder-Tag
![]()
1. Muss ich den Linkshänder-Tag „feiern“?
Nein, es gibt keine Pflicht diesen Tag groß zu feiern. Aber du kannst den 13. August als Erinnerung nutzen, einmal bewusst auf die Bedürfnisse deines linkshändigen Kindes zu schauen – mit einem Gespräch, einer kleinen Überraschung oder einer sinnvollen Anschaffung.
2. Was, wenn ich gar nicht sicher bin, ob mein Kind Linkshänder ist?
In den ersten Jahren wechseln Kinder oft die Hand. Beobachte, welche Hand bei feinmotorischen Tätigkeiten (Malen, Schneiden, Schrauben, Perlen fädeln) häufiger verwendet wird. Wenn sich eine klare Tendenz zeigt, darfst du diese Seite bewusst unterstützen – ganz ohne Druck.
3. Kann ich den Linkshänder-Tag auch in der Schule anregen?
Ja, viele Lehrkräfte sind dankbar für den Hinweis. Ein kurzes, freundliches Gespräch oder eine E-Mail mit ein paar Infos reicht oft aus, um kleine Aktionen anzustoßen – etwa einen Info-Zettel für die Klasse oder eine kurze Einheit zu diesem Thema.
4. Muss jetzt alles in unserem Haushalt auf Linkshänder umgestellt werden?
Nein. Sinnvoll ist, bei den Bereichen anzusetzen, in denen dein Kind täglich aktiv ist: Schreiben, Schneiden, eventuell Küche. Mit ein paar gut ausgewählten Produkten ist oft schon sehr viel gewonnen.
5. Was, wenn mein Kind seine Linkshändigkeit selbst „doof“ findet?
Dann braucht es besonders viel Bestärkung. Du kannst ihm zeigen, wie viele bekannte Menschen linkshändig sind. Erkläre ihm, dass seine Händigkeit kein Fehler ist und verändere konkret im Alltag Dinge, die ihm gerade schwerfallen. Erfolgserlebnisse sind die beste Medizin gegen Selbstzweifel.
Fazit: Der Linkshänder-Tag ist ein guter Anlass – aber wichtig ist, was das ganze Jahr passiert!
Der 13. August ist ein schöner Anker im Kalender. Aber noch wichtiger als ein Tag im Jahr ist, dass dein linkshändiges Kind sich jeden Tag gesehen und ernst genommen fühlt.
Wenn du:
- seine Händigkeit akzeptierst und unterstützt,
- passende Werkzeuge für Schreiben, Schneiden & Alltag auswählst,
- mit Schule & Umfeld im Gespräch bleibst,
- und ihm immer wieder sagst: „Du bist perfekt wie du bist!“
… dann wird aus Linkshändigkeit kein Hindernis, sondern einfach ein Teil deines Kindes. Der Linkshänder-Tag erinnert dich daran – der Alltag macht den Unterschied.
Das passt dazu:
- Linkshänder in der Schule: So unterstützt du dein linkshändiges Kind
- Linkshänder im Alltag: Welche Produkte dein Kind wirklich braucht
- Stifthaltung bei Kindern: So lernt dein Kind entspannt schreiben
- Feinmotorik fördern: Spielideen & Materialien für Kindergarten & Grundschule
- Schreibhilfen für Kinder: Wann sie sinnvoll sind & welche wirklich helfen







