Übungshefte für Vorschule & Grundschule: So findest du das passende Übungsheft (auch für Linkshänder)
„Wie geht das?“ – „Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.“ Viele Kinder verlieren schnell die Lust, wenn Aufgaben zu abstrakt sind oder das Layout überfordert. Genau hier sind Übungshefte oft die bessere Ergänzung: Sie sind übersichtlich, kindgerecht aufgebaut und motivieren durch klare Schritte und wiederkehrende Muster.
Damit du nicht einfach „irgendein Heft“ kaufst, bekommst du hier eine praktische Entscheidungshilfe: Welche Übungshefte passen zu welchem Ziel (Feinmotorik, Schwung, Buchstaben, Zahlen), welches Alter ist ideal – und was Linkshänder besonders brauchen, damit Schreibenlernen wirklich leichter wird.
In diesem Ratgeber erfährst du:
- welche Übungsheft-Arten es gibt (Schwung, Schreibvorübungen, Druckschrift, Schreibschrift, Zahlen),
- wie du in 3 Schritten das passende Heft auswählst,
- welche Hefte sich für Vorschule, Klasse 1/2 und ab Klasse 3 eignen,
- wie Linkshänder sauber und ohne „Hakenhand“ üben,
- und wie ihr übt, ohne Druck – aber mit sichtbarem Fortschritt.
1. Schnellwahl: Welches Übungsheft passt zu welchem Ziel?
Wenn du nur kurz Zeit hast, nutz diese Orientierung:
- Feinmotorik & Stiftführung (Vorschule): Muster, Nachspuren, Formen, Konzentration – ideal als Vorbereitung.
- Schwungübungen & Grundformen der Schrift: rhythmische Linien, Bögen, Überkreuzungen – perfekt als kurzes Warm-up.
- Schreibvorübungen mit Buchstabenverlauf: Bewegungsabläufe üben, damit Buchstaben später leichter fallen.
- Druckschrift üben (Klasse 1): Buchstaben sicher nachschreiben, Wörter verbinden, wenig Ablenkung.
- Schreibschrift üben (Klasse 1/2): Buchstabenverbindungen, Schreibrichtung, passend zur Ausgangsschrift.
- Zahlen schreiben (0–10): Ziffernform + Schreibrichtung – super, wenn Zahlen „spiegeln“ oder unklar sind.
2. Warum Übungshefte oft besser funktionieren als „noch mehr Schulbuch“

Übungshefte sind häufig so gestaltet, dass Kinder schrittweise arbeiten können: klare Aufgaben, übersichtliche Seiten, wiederkehrende Muster – oft mit kleinen Motivationselementen. Das hilft besonders Kindern, die schnell frustriert sind oder mehr visuelle Orientierung brauchen.
3. Auswahl in 3 Schritten: Ziel – Alter – Händigkeit
3.1 Schritt 1: Was soll besser werden?
- „Mein Kind verkrampft“ → erst Feinmotorik/Schwung, dann Buchstaben.
- „Buchstaben sind unleserlich“ → Schreibvorübungen + passende Lineatur.
- „Zahlen sind spiegelverkehrt/krumm“ → Zahlenheft mit klarer Schreibrichtung.
- „Schreibschrift hakt“ → Schreibschrift-Heft passend zur Schriftart (VA/LA).
3.2 Schritt 2: Passt das Heft zum Alter?
- Vorschule (ca. 4–6): große Formen, Nachspuren, kurze Einheiten, viel Erfolgserlebnis.
- Klasse 1/2: Druckschrift/Schreibschrift gezielt, klar und ohne „Bildüberflutung“.
- Ab Klasse 3: flüssige Strichführung, Ausdauer, Feinabstimmung (z. B. Grafomotorik).
3.3 Schritt 3: Linkshänder oder Rechtshänder?
Bei Linkshändern entscheidet oft nicht der Wille, sondern die Bewegungsrichtung. Deshalb sind Blattlage, Hand unter der Zeile und ggf. linkshänderspezifische Übungsreihen Gold wert.
4. Die wichtigsten Übungsheft-Typen im Überblick
4.1 Feinmotorik & Grafomotorik
Diese Hefte stärken die Grundlage fürs Schreiben: Fingerbeweglichkeit, Stiftführung, Auge-Hand-Koordination und Ausdauer. Ideal, wenn dein Kind schnell ermüdet oder sehr fest aufdrückt.
4.2 Schwungübungen & Grundmuster
Schwünge, Bögen, Überkreuzungen – das sind die „Bausteine“ vieler Buchstaben. Gut als tägliches Warm-up (2–5 Minuten) oder als Vorbereitung auf Buchstaben.
4.3 Schreibvorübungen (Buchstabenverlauf verstehen)
Hier geht es nicht ums „schöne Schreiben“, sondern um Bewegungsabläufe: Startpunkt, Richtung, Rhythmus. Das hilft besonders Kindern, die Buchstaben spiegeln oder sich beim Schreiben „verlaufen“.
4.4 Druckschrift & Schreibschrift
Druckschrift-Hefte geben klare Buchstabenformen vor, Schreibschrift-Hefte trainieren Verbindungen. Achte darauf, dass das Heft zur Schrift passt, die in der Schule genutzt wird.
4.5 Zahlenhefte
Zahlen brauchen eigene Aufmerksamkeit: Größe, Richtung, Startpunkt. Ein gutes Zahlenheft macht genau das sichtbar – ohne Stress.
5. Empfehlungen: bewährte Übungshefte bei LAFÜLIKI
5.1 „Geschickte Hände zeichnen“ (Pauli & Kisch)
Ideal, wenn dein Kind visuelle, klare Übungen braucht – von Vorschule bis „große Kinder“. Besonders hilfreich: wenig Ablenkung pro Seite, klare Aufgaben, langsame Steigerung.
- Geschickte Hände zeichnen 1 – Zeichenprogramm (ca. 5–7 Jahre)
- Geschickte Hände zeichnen 2 – Zeichenprogramm (ca. 5–7 Jahre)
- Geschickte Hände zeichnen 3 – grafomotorisch (ab ca. 8 Jahre)
- Geschickte Hände zeichnen 4 – grafomotorisch (ab ca. 8 Jahre)
5.2 Dr. Johanna Barbara Sattler: Jobasa-Reihe & Übungsheft für Linkshänder
Stark, wenn du Schreibvorübungen suchst, die Bewegungsabläufe kindgerecht vorbereiten. Die Jobasa-Reihe ist besonders beliebt, wenn Kinder Buchstaben- oder Zahlenverläufe noch nicht stabil automatisieren – und wenn du bei Linkshändern gezielt die rechtsläufige Schreibrichtung unterstützen willst.
- Schreibvorübungen für Linkshänder mit Jobasa – Teil 1
- Schreibvorübungen für Linkshänder mit Jobasa – Teil 2
- Zahlen schreiben für Linkshänder mit Jobasa (0–10)
- Übungsheft für Linkshänder (Dr. J. B. Sattler)
5.3 MALOEHR: motivierende Schwungübungen
Wenn dein Kind Schwungübungen „langweilig“ findet, helfen Themenhefte oft enorm – weil das Üben plötzlich eine Geschichte bekommt und nicht wie Training wirkt.
- Graphomotorik-Übungsheft Nr. 1: „Zirkus Konfetti“
- Graphomotorik-Übungsheft Nr. 2: „Tierische Schwungübungen“
5.4 Elbi: klare Schreiblehrgänge
Gut, wenn dein Kind wenig Ablenkung braucht und klare Vorgaben helfen – besonders beim stabilen Einprägen von Formen, Größen und Abständen.
5.5 Klett: Schreibschrift strukturiert üben
Für Kinder, die gerade in die Schreibschrift einsteigen oder Verbindungen sicherer brauchen:
- Abenteuer Schreibschrift – Variante/Schrift bitte passend zur Schule auswählen.
5.6 Achim Rix: gezielte Förderung (auch für Pädagogik/Therapie)
Besonders geeignet, wenn dein Kind deutliche fein- oder grafomotorische Schwierigkeiten hat oder du sehr strukturiert fördern möchtest (z. B. auch im sonderpädagogischen Kontext).
6. Linkshänder: Blattlage, Schmieren vermeiden
Linkshänder schreiben oft „von links nach rechts über das Geschriebene“. Das ist kein Fehler – aber es braucht eine gute Ausgangslage:
- Heft leicht nach rechts oben drehen.
- Heft etwas links vor dem Körper platzieren.
- Hand möglichst unter der Zeile führen (Hakenhand vermeiden).
- Wenn Tinte schmiert: Papier/Tinte prüfen und Strichstärke ggf. anpassen.
Wenn dein Kind beim Schreiben oder Nachspuren spiegelverkehrte Bewegungen entwickelt, sind Übungsreihen mit klarer Schreibrichtung (z. B. Jobasa) oft ein echter Gamechanger.
7. So übt ihr richtig: 10 Minuten, die wirklich etwas bringen
Das Ziel ist nicht „mehr“, sondern regelmäßig und ohne Stress:
- 2–3 Minuten Warm-up: ein paar Schwünge, große Bewegungen, lockere Hand.
- 5–7 Minuten Fokus: eine Seite oder ein klarer Abschnitt – lieber aufhören, wenn es gut läuft.
- Mini-Abschluss: kurz loben („Das sah heute schon viel lockerer aus“), Heft weg.
Wichtig: Übungshefte funktionieren am besten, wenn dein Kind Erfolg spürt. Sobald es kippt („Ich kann das nicht“), hilft oft eine Pause oder ein leichterer Schritt.
8. FAQ: Häufige Fragen zu Übungsheften
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1. Ab welchem Alter sind Übungshefte sinnvoll?
Viele Kinder profitieren ab etwa 4–5 Jahren von einfachen Nachspur- und Feinmotorikheften. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage: Kann dein Kind kurze, klare Aufgaben gern bearbeiten?
2. Muss mein Kind perfekt nachspuren?
Nein. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Stiftführung, Rhythmus und Ausdauer. Ein „krummer“ Schwung kann trotzdem ein richtiger Entwicklungsschritt sein.
3. Mein Kind drückt sehr fest auf – welches Heft hilft?
Starte mit großen Formen, Schwungübungen und kurzen Einheiten. Zusätzlich helfen oft dickere, griffige Stifte oder eine passende Schreibhilfe – damit die Hand weniger klammert.
4. Was ist besser: Schwungübungen oder Schreibvorübungen?
Schwungübungen sind das Warm-up und die Basis. Schreibvorübungen sind der nächste Schritt, wenn es um Buchstabenverlauf und Schreibrichtung geht. Viele Kinder brauchen beides – in kleinen Portionen.
5. Welche Übungshefte sind gut für Linkshänder?
Hefte, die Bewegungsrichtung und Startpunkte klar zeigen, sind besonders hilfreich. Entscheidend bleibt aber: Blattlage und Handführung müssen stimmen, sonst schmiert es und wird anstrengend.
6. Wie oft sollten wir üben?
Lieber 3–5 Mal pro Woche 10 Minuten als einmal eine Stunde. Regelmäßigkeit bringt Automatisierung – ohne Drama.
7. Wann sollte ich mir Unterstützung holen?
Wenn dein Kind dauerhaft Schmerzen hat, stark vermeidet, extrem verkrampft oder trotz Übung keine Fortschritte möglich sind, lohnt ein Gespräch mit Lehrkraft und ggf. Ergotherapie.
Fazit: Das beste Übungsheft ist das, das dein Kind gern aufschlägt
Übungshefte sind dann stark, wenn sie deinem Kind Orientierung, Motivation und machbare Schritte geben. Wähle zuerst nach Ziel und Alter – und achte bei Linkshändern besonders auf Blattlage und klare Schreibrichtung. Dann wird Üben nicht zum Kampf, sondern zur Routine mit Erfolg.
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